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Das Hauptanliegen der Differenziellen Psychologie ist die Identifizierung und Vermessung von Persönlichkeitseigenschaften oder Persönlichkeits- Dimensionen. Dieses Fachgebiet, mitunter auch “Psychometrischer Ansatz” genannt, wurde von dem exzentrischen viktorianischen Wissenschaftler Francis Galton (1822-1922) gegründet. Im allgemeinen umfasst die Psychometrie statische Analysen von Tests zu verschiedenen Eigenschaften, mit denen grundlegende Prinzipien oder Dimensionen identifiziert werden sollen.

Psychometrie und die Big Five

Im Jahre 1936 erarbeitete der amerikanische Psychologe Gordon W. Allport (1897-1967), Mitbegründer der Persönlichkeitspsychologie, über 18.000 Begriffe, die persönliche Charaktereigenschaften beschreiben. Als er diese Liste auf Definitionen von Grundeigenschaften reduzierte, blieben immer noch nahezu 5.000 Begriffe übrig. Allport unterschied zwischen common traits (dt. Gemeinsame Eigenschaften), die jeder mehr oder weniger besitzt, und individual traits (dt. individuelle Eigenschaften).

Obwohl Allport gegen eine Psychologie argumentierte, die sich lediglich auf die gemeinsamen Eigenschaften beschränkt (nomothetischer Ansatz), sollten sich differenzielle Psychologen später genau darauf konzentrieren. Es wurden Testreihen mit Individuen durchgeführt und die statische Analyse ihrer Werte ergab, dass Tests oder Fragen, die scheinbar zu unterschiedlichen Eigenschaften oder Faktoren gehören, tatsächlich verwandte oder identische Faktoren beleuchten.

Zum Beispiel:

1. Konservatismus, Neugier und Kreativität erschienen zwar wie verschiedene Eigenschaften, doch häufig erzielen Testteilnehmer in Bezug auf diese Faktoren ähnliche Ergebnisse. Wer hohe Werte für Konservatismus erreicht, hat oft niedrige Werte für Neugier.
2. Werden diese Faktoren bei einem Individuum getestet, stehen die Werte in Bezug zueinander, in einer Gruppe fallen sie eher unterschiedlich aus. Dies deutet daraufhin, dass scheinbar unabhängige Eigenschaften häufig unterschiedliche Aspekte derselben Sache sind und dass ein einzelner Faktor mit diversen Eigenschaften verbunden ist.
3. Nach statistischen Analysen von Tests zu vielen verschiedenen Eigenschaften basieren diese auf einer viel kleineren Anzahl fundamentaler Faktoren.
4. Und da die Testwerte für diese Eigenschaften unter ein breiteres Spektrum fallen, werden diese Faktoren oft “Dimensionen” genannt.
5. Eigenschaften wie Konservatismus, Neugier und Kreativität werden neben anderen wie Kultiviertheit oder analytische und künstlerische Neigung mit einem tieferliegenden Faktor verknüpft, den differenzielle Psychologen “Offenheit” nennen.

In der Psychologie herrscht Konsens über die fünf “Big Five”:

1. Extraversion
2. Verträglichkeit
3. Gewissenhaftigkeit
4. Neurotizismus
5. Emotionale Stabilität und Offenheit

Ob Intelligenz hinzugefügt werden sollte, ist bis heute umstritten, doch sie ist ebenfalls eine Dimension oder ein Spektrum. Manchen Analysen zufolge variieren Intelligenz je nach Offenheit oder korreliert damit.

Psychometrie

Psychotherapie

Psychotherapie als Behandlung seelischer Leiden und bezeichnet die „gezielte professionelle Behandlung psychischer Störungen oder psychisch bedingter körperlicher Störungen mit psychologischen Mitteln“. Die dabei angewandten Verfahren, Methoden und Konzepte sind durch verschiedene moderne und wissenschaftliche Psychotherapieschulen geprägt.

Definition

Unter Psychotherapie entwickelten sich zunächst zwei Hauptrichtungen, welche auch bis heute noch zu den erstattungsfähigen Verfahren im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung zählt.

1. Die Psychoanalyse (begründet von Sigmund Freud)
2. Die aus den behavioristischen Verhaltenstherapien heraus entwickelte Verhaltenstherapie

Darüber hinaus finden noch unter anderem folgende Verfahren Anwendung

• Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die sich aus der Psychoanalyse entwickelte und mit zu den psychodynamischen Verfahren gehören
• Systemische Therapie, die vor allem basierend auf moderner wissenschaftlicher Forschung Befunde trägt, dass die Ursache und Behandlung psychischer Störungen den sozialen Kontext einbeziehen muss.

Psychotherapie